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Hiddensee: Ilse Ebel

Kreidefelsen-Tipp: Buch von Saskia Thomas über die Fotografenmeisterin Ilse Ebel: Na fabelhaft! Über Fotolust und Lebenskunst der Fotografenmeisterin von Hiddensee Ilse Ebel. ( 19 Euro). Mehr Infos mit diesem Link: Ein Buch für Liebhaber der Insel Hiddensee.

 

Die Fotografenmeisterin von Hiddensee
von Wolfgang Urban

Palucca-Bilder von Ilse Ebel, der Fotografenmeisterin von Hiddensee, sind immer wieder in Ausstellungen zu sehen. Ilse Ebel selbst lächelt Sie auf dem Foto im Alter von 88 Jahren an. Das war im Jahr 2000.



In einer von viel Unzufriedenheit geprägten Welt, sagte im Juni 2000 die 88jährige Ilse Ebel aus Vitte auf der Ostseeinsel Hiddensee lächelnd und voller Überzeugung: "Ich bin zufrieden." Hintergrund dieser Äußerung ist kein materieller Wohlstand. Vielmehr lebt sie ganz bescheiden in dem kleinen Fischerdorf, das sich immer mehr zum Tourismusort mit vielen Tagesgästen und länger bleibenden Urlaubern entwickelt hat.

Zufriedenheit ist bei Ilse Ebel eine Lebenshaltung, die mit frohem Lebenssinn, freundlichen Umgangsformen und ihrem Beruf zusammenhängt. Mit viel Sinn für die Schönheit der Natur hat sie ihr Hiddensee immer wieder als Fotografin durchstreift: "Mein Beruf hat mir Abwechslung, Verbindung mit Menschen und Freude gebracht gebracht", sagt sie. Ilse Ebel ist Fotografenmeisterin.

 

Sie hat die Kunst des Fotografierens schon frühzeitig erlernt, denn mit ihrem Beruf setzte sie die Familientradition fort. Ihr Vater, Max Ebel, unterhielt seit 1928 eine Filiale seines Fotoateliers in Vitte auf Hiddensee. 1938 zog die Familie ganz nach hier. Das Geld verdiente man nicht nur mit Landschaftsfotos und solchen wie sie auch andernorts in Badeorten in der Sommersaison üblich waren. Vielmehr war Hiddensee in der Sommerzeit eine Insel der Stars und Sternchen des öffentlichen Lebens. Nicht nur Max Ebel fotografierte die berühmten Inselgäste, sondern auch seine Tochter Ilse begann schon frühzeitig damit.

Manche der Berühmtheiten lernte sie näher kennen, andere blieben vor allem ein Fotomotiv. Der Dichter Gerhart Hauptmann und die Schauspielerin Asta Nielsen gehörten zu ihnen. Freundschaftlich war die Hiddenseer Fotografin dagegen mit der berühmten Tänzerin Gret Palucca verbunden (1902-1992). Immer wieder kündeten auch Ausstellungen davon. So war im Jahr 2000 die Ausstellung "Palucca auf Hiddensee - Fotos von Ilse Ebel" in Kloster im Haus am Hügel (Pavillion) zu sehen.

Von der engen Verbundenheit der Hiddenseer Fotografenmeisterin mit der berühmten Künstlerin Gret Palucca kündet u.a. auch ihr Briefwechsel. Neben sehr viel persönlicher Anteilnahme am beiderseitigen Lebensweg mit dessen Höhen und Tiefen, teilte die Tänzerin der Fotografin auch mit, was sie künstlerisch bewegte. So ist in einem Brief vom 4. November 1969 zu lesen: "Das Bolschoi-Ballett hat mich sehr stark beeindruckt; sie sind technisch ganz phantastisch, und die Männer springen so, wie es ihnen niemand anders nachmachen kann..."

 

Doch "die große Welt" "kam" so nicht nur Post und oder als Gast nach Hiddensee. Auf Einladung von Gret Palucca weilte Ilse Ebel auch selbst in Dresden und lernte dort natürlich auch die Palucca-Schule kennen, die heute die einzige eigenständige Hochschule für Tanz in Deutschland ist. Deren Studentinnen und Studenten sind alljährlich zu einer Tanzwoche auf Hiddensee. Immer wieder gab es dabei auch Begegnungen mit Ilse Ebel.

Ilse Ebel fühlt sich wohl auf Hiddensee. "Aber es sollte nicht noch mehr gebaut werden", sagte sie bei einer unserer Begegnungen: "Der Reiz der Insel geht sonst immer mehr verloren."

© Text: Wolfgang Urban
(Der Text entstand im Jahr 2000,
letzte Aktualisierung 2002)
Anfragen an: redaktion@kreidefelsen.de

Galerie mit Fotografien von Ilse Ebel

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